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Gardasee

Der Gardasee in Italien ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen und vor allem der Österreicher. Bei letzteren liegt es vielleicht auch daran, dass die Nordhälfte des Sees zu Welschtirol, jetzt die autonome Provinz Trentino, der untergegangenen K&K-Monarchie gehörte. Im Sommer kommt man in den touristischen Zentren rund um den Alpensee auch völlig ohne Italienischkenntnisse aus, das Gewerbe hat sich auf die alljährliche Landnahme eingestellt. Hauptsaison ist von Mitte Mai bis Ende September, bei einigen Ortschaften, wie dem Weinstädtchen Bardolino, dauert diese sogar bis Ende Oktober.
Im Norden locken die Städtchen Riva del Garda und Arco, die auch noch etwas von der mondänen Ausstrahlung bewahrt haben, als im ausgehenden 20. Jahrhundert die bessere Gesellschaft hier in der Sommerfrische weilte. Das Ostufer des Gardasee, zumindest das obere Stück davon, ist seit den 1980igern fest in der Hand der Surfer. Die Beherbergungsbetriebe und die Gastronomie haben das Angebot entsprechend auf die jüngeren Gäste eingestellt. Historisch gesehen gehörte der teil des Gardasee zur Republik Venedig.
Das lombadrische Westufer ist irgendwie immer noch ein Geheimtipp, hier ist deutlich weniger Rummel, was schlicht der Tatsache geschuldet ist, dass hier die Klippen steil ins Wasser des Gardasee abfallen. Unter Cabrio-Fahrern zählt die dort entlang führende Staatsstraße zu den schönsten Strecken, die Italien zu bieten hat, vielleicht noch vergleichbar mit der italienischen Riviera.
Im Süden sind die letzten Auskäufer der Alpen zu flachen Hügeln geworden und die Uferstrecke ist schon deutlich zersiedelter. Die Südspitze ist kaum noch auf ausländische Touristen eingerichtet, was aber mit Sicherheit auch seinen Reiz hat. Im August suchen hier die Italiener Abkühlung, vor allem die Bewohner der Großsstädte wie Verona ist der Gardasee ein beliebtes Naherholungsgebiet.